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AMP: Ist Accelerated Mobile Pages noch relevant?

4 Min. Lesezeit

Accelerated Mobile Pages (AMP) wurde 2015 von Google als Framework für superschnelle mobile Seiten lanciert. Für einige Jahre war AMP-Status ein starkes Signal für Mobile-Sichtbarkeit in den SERPs. 2021 entkoppelte Google AMP von den Top Stories Karussells – seitdem wird AMP deutlich weniger implementiert. 2025 stellt sich die Frage: Ist AMP noch relevant?

Die Geschichte von AMP

2015: Google und Twitter launchen AMP als Open-Source-Framework. Versprechen: Sofortiges Laden durch stark eingeschränktes JavaScript, Caching auf Google-Servern.

2016–2020: AMP wird Pflicht für Top Stories Karussells in mobilen Suchergebnissen. Viele Verlage und Publisher implementieren AMP für News-Artikel.

2021: Google entkoppelt AMP von Top Stories – Seiten können Top Stories ohne AMP erscheinen wenn sie die Core Web Vitals Anforderungen erfüllen.

2022–2025: AMP-Nutzung geht deutlich zurück. Google signalisiert dass Core Web Vitals der richtige Ansatz ist, nicht proprietäre Frameworks.

2024 hatten weniger als 2 % der weltweit 10 Millionen meistbesuchten Websites AMP implementiert – gegenüber einem Peak von 7 % in 2020. AMP ist auf dem Rückzug, aber für bestimmte Publisher-Formate noch relevant.

Ist AMP noch ein Rankingfaktor?

Direkt: Nein. AMP ist kein Rankingfaktor mehr.

Indirekt: AMP-Seiten sind oft sehr schnell und haben gute Core Web Vitals. Die Performance verbessert Rankings – aber das liegt an der Performance, nicht am AMP-Status selbst.

Top Stories: Nicht-AMP-Seiten können in Top Stories erscheinen wenn sie die CWV-Anforderungen erfüllen. AMP gibt keinen Vorteil mehr.

Wann AMP 2025 noch sinnvoll sein kann

Publisher mit hohem News-Traffic: Wenn Sie täglich viele Artikel veröffentlichen und News-Traffic wichtig ist, kann AMP weiterhin schnelles Laden auf Low-End-Geräten sicherstellen – besonders in Märkten mit schlechter Netzverbindung.

Bestehende AMP-Implementierungen: Wenn AMP bereits funktioniert und keine Probleme verursacht, ist es nicht unbedingt sinnvoll es zu entfernen. Nur wenn AMP Entwicklungsaufwand bedeutet oder Features einschränkt, sollte man migrieren.

Technisch nicht-affine Teams: Das AMP-HTML-Subset ist einfacher zu schreiben als vollständiges HTML. Für Publisher ohne Entwickler-Ressourcen kann AMP pragmatisch sein.

Wann Sie AMP abschalten sollten

Wenn AMP Mehraufwand bedeutet: Doppelte Templates, doppelte Analytics, doppelter Tracking-Code. Wenn AMP Entwicklungszeit kostet ohne messbaren Nutzen – abschalten.

Wenn AMP Features einschränkt: Viele JavaScript-Features, interaktive Elemente und Tracking-Tools sind in AMP nicht möglich. Wenn wichtige Funktionalität fehlt wegen AMP-Restriktionen.

Wenn Core Web Vitals auf der normalen Seite gut sind: Das beste Argument für AMP war immer Performance. Wenn Ihre normale Seite LCP < 2,5s, CLS < 0,1 und INP < 200ms erreicht, brauchen Sie AMP nicht.

Migration von AMP: Wenn Sie AMP abschalten, stellen Sie sicher dass 301-Redirects von AMP-URLs auf die Normal-URLs eingerichtet sind (z. B. von /amp/artikel/ zu /artikel/). Canonical-Tags in AMP sollten bereits auf die Nicht-AMP-URL zeigen. Nach der Migration: Google Search Console auf Crawl-Fehler überwachen.

Die bessere Alternative: Core Web Vitals optimieren

Statt AMP-Komplexität: Die normale Website für Core Web Vitals optimieren:

LCP verbessern: Bilder in WebP, Preloading des LCP-Elements, Critical CSS, schnelles Hosting.

CLS vermeiden: Bildgrößen im HTML angeben, keine Layout-Shifts durch Late-Loading-Elemente.

INP verbessern: JavaScript-Ausführung reduzieren, Third-Party-Scripts optimieren, Event-Handler effizient programmieren.

Mit diesen Maßnahmen erreichen die meisten Websites ohne AMP gleich gute oder bessere Core Web Vitals als mit AMP.

AMP für E-Mails: Ein anderes Thema

AMP for Email ist eine separate Initiative die dynamische Inhalte in E-Mails ermöglicht. Google Mail und Yahoo Mail unterstützen AMP-E-Mails. Das hat nichts mit AMP für Webseiten zu tun und ist ein wachsendes Format für interaktive E-Mail-Kampagnen.

Websites die AMP abschalten und stattdessen Core Web Vitals auf ihrer Hauptseite optimieren, verlieren im Schnitt weniger als 3 % ihres Traffic – und können durch die gewonnene Entwicklungsfreiheit die Performance der Hauptseite oft sogar verbessern.

Mehr zu Core Web Vitals finden Sie in unserem Artikel über WordPress Core Web Vitals.

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