SEOFX – SEO Agentur Nürnberg
SEO Grundlagen

Nofollow, UGC und Sponsored: Link-Attribute erklärt

5 Min. Lesezeit

Links sind nicht gleich Links. Dieser Artikel erklärt alle Link-Attribute: Google unterscheidet seit 2019 zwischen verschiedenen Attributen die signalisieren wie ein Link zu interpretieren ist. Wer nofollow, ugc und sponsored falsch einsetzt oder ignoriert, riskiert manuelle Abstrafungen oder verschenkt Link-Potenzial.

Die Geschichte von rel=nofollow

Google führte rel="nofollow" 2005 ein als Reaktion auf massiven Comment-Spam. Das Versprechen: Links mit nofollow werden nicht zur Berechnung des PageRank verwendet. Websitebesitzer konnten damit signalisieren: „Ich verlinke das, aber ich bürge nicht dafür.”

Jahrelang war die Regel simpel – bezahlte Links brauchen nofollow, alles andere ist dofollow. Im September 2019 änderte Google das System grundlegend und führte zwei neue Attribute ein.

Google behandelt nofollow seit 2019 als „Hinweis” (hint), nicht mehr als harte Direktive. Das bedeutet: Google kann nofollow-Links für Crawling und Ranking berücksichtigen – muss es aber nicht. Die neuen Attribute ugc und sponsored geben Google präzisere Signale.

rel=nofollow: Wann verwenden?

Nofollow ist der Allzweck-Hinweis: „Ich möchte diesem Link keinen SEO-Wert übertragen.”

Richtige Einsatzfälle:

  • Links in Kommentarbereichen (wenn kein ugc genutzt wird)
  • Links zu nicht vertrauenswürdigen Quellen
  • Login-Links, Registrierungsseiten, interne Such-URLs
  • Links die Sie aus redaktionellen Gründen setzen aber nicht empfehlen

Falsche Einsatzfälle:

  • Bezahlte Links (hier: sponsored verwenden)
  • Nutzergenerierte Inhalte (hier: ugc verwenden)
  • Interne Links innerhalb der eigenen Website (hier ist nofollow kontraproduktiv)
<a href="https://beispiel.de" rel="nofollow">Beispiel</a>

rel=ugc: User Generated Content

UGC (User Generated Content) signalisiert: Dieser Link stammt von Nutzern, nicht von der Website selbst.

Einsatzfälle:

  • Kommentare unter Blog-Artikeln
  • Forum-Posts und Forum-Profile
  • Community-Beiträge auf Plattformen
  • Bewertungsseiten mit Nutzer-Links

UGC ist spezifischer als nofollow und hilft Google besser zu verstehen woher Links kommen. Technisch funktioniert UGC wie nofollow – der Unterschied ist semantisch.

<!-- In Kommentarbereichen: -->
<a href="https://nutzer-website.de" rel="ugc">Website des Kommentators</a>

<!-- UGC und nofollow kombinierbar: -->
<a href="https://nutzer-website.de" rel="ugc nofollow">Website</a>

WordPress setzt in Kommentaren automatisch rel="nofollow". Wer auf ugc umstellen will: Im Theme die comment_author_url-Funktion anpassen oder ein Plugin wie „Comment Link Remove and Comment Author Remove" nutzen. ugc ist zwar präziser, aber nofollow in Kommentaren ist weiterhin akzeptabel.

Sponsored kennzeichnet Links für die eine Gegenleistung geflossen ist – Geld, Produkte, Services oder andere Vergütungsformen.

Einsatzfälle:

  • Bezahlte Werbeanzeigen mit Links
  • Gesponserte Blog-Posts und Advertorials
  • Affiliate-Links (Amazon, Awin, etc.)
  • Gesponserte Erwähnungen und Kooperationen

Wichtig: Die Google-Richtlinien verlangen sponsored für bezahlte Links. Wer bezahlte Links ohne sponsored (oder nofollow) setzt, riskiert eine manuelle Abstrafung.

<!-- Affiliate-Link: -->
<a href="https://amazon.de/produkt?tag=xyz" rel="sponsored">Zum Produkt</a>

<!-- Gesponserte Erwähnung: -->
<a href="https://partner.de" rel="sponsored nofollow">Unser Partner</a>

Google hat seit 2019 mehrere manuelle Abstrafungen für bezahlte Links ohne sponsored-Attribut ausgesprochen. Die Konsequenz: Verlust des gesamten Linkwerts der betroffenen Domain – nicht nur der einzelnen Links. Affiliate-Websites sind besonders betroffen.

Kombinationen und Sonderfälle

Attribute können kombiniert werden:

<!-- Maximale Vorsicht (ugc + nofollow): -->
<a href="..." rel="ugc nofollow">Link</a>

<!-- Bezahlter Nutzer-Content (selten): -->
<a href="..." rel="sponsored ugc">Link</a>

Interne Links: Niemals nofollow auf interne Links setzen. Das unterbricht den internen PageRank-Fluss und schadet der eigenen Website. Ausnahme: Login-Seiten und technisch notwendige interne URLs die nicht crawlt werden sollen.

Nicht verlinkte Mentions: Google kann auch unverlinkte Markenerwähnungen erkennen – das ist zwar kein direkter Link-Signal, aber Teil des Reputations-Signals.

Praxistabelle: Welches Attribut wann?

Link-TypAttribut
Kommentar-Linkrel=“ugc”
Affiliate-Linkrel=“sponsored”
Bezahlte Kooperationrel=“sponsored”
Redaktioneller Link (vertrauenswürdig)kein Attribut (dofollow)
Redaktioneller Link (nicht vertrauenswürdig)rel=“nofollow”
Forum-Post-Linkrel=“ugc”
Interner Linkkein Attribut

Dofollow ist kein HTML-Attribut – es ist eine informelle Bezeichnung für Links ohne nofollow/ugc/sponsored. Sie müssen dofollow nicht explizit schreiben. Ein normaler Link ohne rel-Attribut ist automatisch dofollow.

Häufige Fehler

Nofollow auf alle ausgehenden Links: Manche SEOs setzen nofollow auf jeden externen Link. Das ist nicht notwendig und hilft Google nicht zu verstehen woher Ihr Content seine Quellen bezieht.

Kein sponsored auf Affiliate-Links: Affiliate-Links sind bezahlte Links. Sie brauchen sponsored (oder nofollow). Viele Affiliate-Marketer ignorieren das.

Nofollow auf interne Links: Schadet der internen Linkarchitektur. PageRank wird nicht auf andere Seiten übertragen – er „versickert” einfach.

UGC vergessen: Wer Kommentare oder Forums-Inhalte ermöglicht, sollte ugc implementieren – egal ob WordPress-Blog oder eigene Plattform.

Affiliate-Websites die alle Links korrekt mit sponsored kennzeichnen, werden von Google nicht benachteiligt. Das Sponsored-Attribut ist eine Compliance-Anforderung, kein Ranking-Nachteil – solange die verlinkten Seiten qualitativ hochwertig sind.

Mehr zu Backlinks und ihrer Wirkung finden Sie in unserem Artikel über Was sind Backlinks und warum sind sie wichtig?.

Linkprofil professionell aufbauen und schützen.

Wir analysieren Ihr Linkprofil, beheben Compliance-Probleme bei bezahlten Links und entwickeln eine nachhaltige Off-Page-Strategie für bessere Rankings.

Linkbuilding anfragen

Weitere Artikel zu SEO Grundlagen