Bilder sind ein unterschätzter SEO-Faktor in WordPress. Sie beeinflussen die Ladezeit (und damit die Core Web Vitals), sind ein eigener Sucheinstieg über Google Bilder und liefern durch Alt-Texte zusätzliche Kontextsignale für Google. Gleichzeitig sind falsch eingebundene Bilder einer der häufigsten Fehler auf WordPress-Seiten – und einer der einfachsten zu beheben.
Alt-Texte: Warum sie wichtig sind
Der Alt-Text (alternatives Attribut) beschreibt ein Bild in Textform. Er erfüllt zwei Funktionen: Er hilft sehbehinderten Nutzern die Bilder zu verstehen (Barrierefreiheit) – und er erklärt Google was auf dem Bild zu sehen ist, da Google Bilder nicht zuverlässig „sehen” kann.
Guter Alt-Text: Beschreibt das Bild konkret und enthält wenn möglich ein relevantes Keyword. Beispiel: alt="WordPress Dashboard mit aktivem Rank Math SEO Plugin" – nicht alt="Screenshot" oder alt="".
Was kein Alt-Text ist: Eine Aneinanderreihung von Keywords (alt="SEO WordPress Plugin optimieren schnell günstig"). Das ist Spam und schadet mehr als es nützt.
Bilder ohne Alt-Text sind für Google unsichtbar – Google Bilder-Traffic bleibt für diese Seiten komplett aus.
Dateinamen vor dem Upload
WordPress übernimmt den Dateinamen des Bildes und macht ihn zu einem Teil der Bild-URL. IMG_20240315_094823.jpg wird zu /wp-content/uploads/2024/03/img_20240315_094823.jpg – für Google nichtssagend.
Benennen Sie Bilder vor dem Upload sinnvoll:
- Nur Kleinbuchstaben und Bindestriche
- Keine Leerzeichen, Umlaute oder Sonderzeichen
- Beschreibend und keyword-relevant
Beispiel: wordpress-seo-plugin-einstellungen.webp statt screenshot1.png
WebP-Format: Kleiner und schneller
WebP ist ein modernes Bildformat von Google, das bei gleicher Qualität deutlich kleiner ist als JPEG oder PNG – je nach Bild 25–35 % kleiner. Alle modernen Browser unterstützen WebP.
Für WordPress: Das Plugin Imagify oder ShortPixel konvertiert hochgeladene Bilder automatisch in WebP. Die ursprüngliche Datei bleibt als Fallback erhalten. Für bereits hochgeladene Bilder gibt es eine Stapelverarbeitungsfunktion.
Prüfen Sie nach der Aktivierung eines Bildoptimierungs-Plugins stichprobenartig ein paar Bilder auf der Website. Manchmal entstehen bei der automatischen Konvertierung Qualitätsverluste die Sie vorher festlegen können. Die meisten Plugins bieten drei Qualitätsstufen an – „Glossy" oder „Ultrasmart" liefern gute Ergebnisse ohne sichtbaren Qualitätsverlust.
Bildgrößen und Skalierung
Ein häufiger Fehler: Bilder werden mit 3000×2000 Pixel hochgeladen, aber nur in 800×533 Pixel dargestellt. Der Browser lädt die riesige Datei herunter und skaliert sie dann – unnötige Last.
Skalieren Sie Bilder vor dem Upload auf die tatsächliche Anzeigebreite. Für Blogartikel sind 1200px Breite in der Regel das Maximum was gebraucht wird.
Responsive Images: WordPress erstellt beim Upload automatisch mehrere Größen eines Bildes und liefert per srcset die passende Größe je nach Gerät aus. Das funktioniert aber nur wenn Sie Bilder in ausreichender Originalgröße hochladen – mindestens so groß wie die größte Anzeigevariante.
Lazy Loading
Bilder weit unten auf der Seite müssen nicht sofort geladen werden. Lazy Loading verzögert das Laden von Bildern außerhalb des sichtbaren Bereichs bis der Nutzer dorthin scrollt. Das verbessert die wahrgenommene Ladegeschwindigkeit und den LCP-Wert.
Seit WordPress 5.5 wird das loading="lazy" Attribut automatisch zu Bildern hinzugefügt. Das einzige Bild, das nicht lazy geladen werden sollte: das Hauptbild im sichtbaren Bereich (Above the Fold). Dieses sollte explizit mit loading="eager" versehen sein.
Das erste sichtbare Bild mit Lazy Loading zu belegen ist ein häufiger LCP-Fehler, der den Core Web Vitals Score deutlich verschlechtert.
Featured Images (Beitragsbilder)
Featured Images erscheinen nicht nur im Artikel selbst, sondern auch in Blog-Übersichten, Social Media Vorschauen und Google Suchergebnissen (wenn strukturierte Daten vorhanden sind). Vergeben Sie auch für Featured Images einen beschreibenden Alt-Text.
Google Bilder ist eine eigenständige Suchoberfläche mit erheblichem Traffic-Potenzial, besonders für Branchen mit visuellen Produkten oder Anleitungen. Wer Alt-Texte, Dateinamen und strukturierte Daten für Bilder pflegt, kann diesen Kanal für sich nutzen.