Seit 2021 fließen die Core Web Vitals als offizielle Rankingfaktoren in Googles Algorithmus ein. Wer auf diesen Metriken schlechte Werte hat, verliert im Vergleich zu Mitbewerbern mit guten Werten. Für WordPress-Websites gilt: Die Ladezeit und Stabilität lassen sich mit den richtigen Maßnahmen gezielt verbessern.
Was die Core Web Vitals messen
Google hat drei Metriken definiert die zusammen die Nutzererfahrung beim Laden einer Seite beschreiben:
LCP – Largest Contentful Paint: Wie lange dauert es bis das größte sichtbare Element (oft ein Hero-Bild oder eine Überschrift) vollständig geladen ist? Ziel: unter 2,5 Sekunden.
INP – Interaction to Next Paint: Wie schnell reagiert die Seite auf Klicks, Tippen oder Tastatureingaben? Ersetzt seit März 2024 den älteren FID-Wert. Ziel: unter 200ms.
CLS – Cumulative Layout Shift: Wie stark verschiebt sich das Seitenlayout während des Ladens? Wenn Inhalte nach dem Laden springen (weil Bilder oder Werbung nachgeladen werden), ist das für Nutzer störend. Ziel: unter 0,1.
Google PageSpeed Insights zeigt Ihre Core Web Vitals kostenlos an – unterschieden nach Felddaten (echte Nutzer) und Labordaten (simuliert). Felddaten sind für das Ranking relevant.
LCP verbessern: Das größte Bild zuerst laden
Der LCP-Wert wird meist durch ein großes Bild bestimmt – oft das Hero-Bild oder Headerbereich. Häufige Ursachen für schlechten LCP:
Lazy Loading am falschen Ort. Das erste sichtbare Bild sollte niemals lazy geladen werden. WordPress setzt seit Version 5.5 loading="lazy" auf alle Bilder – das Above-the-Fold-Bild muss manuell mit loading="eager" oder fetchpriority="high" ausgezeichnet werden. Viele Themes und Plugins vergessen das.
Kein Preload für das Hero-Bild. Im <head> der Seite ein <link rel="preload" as="image"> für das wichtigste Bild eintragen lässt den Browser es früher anfordern.
Bildgröße zu groß. Ein 4 MB JPEG als Hero-Bild ist unnötig. Komprimieren Sie das Bild auf WebP, skalieren Sie es auf die tatsächliche Anzeigebreite und reduzieren Sie die Dateigröße auf unter 200 KB.
CLS vermeiden: Layout-Sprünge eliminieren
CLS entsteht wenn Elemente nachträglich in den Seitenfluss eingefügt werden. Typische Ursachen:
Bilder ohne definierte Maße. Wenn ein Bild keine explizite Breite und Höhe hat, reserviert der Browser keinen Platz – sobald das Bild lädt, verschiebt sich alles darunter. Lösung: width und height Attribute an jedem Bild-Tag setzen. WordPress macht das seit Version 5.5 automatisch – aber nur wenn die Bilder über die Mediathek eingefügt werden, nicht bei manuell eingefügtem HTML.
Nachladende Werbebanner oder Cookie-Banner. Ein Cookie-Banner der sich von oben einschiebt und den Seiteninhalt nach unten drückt, verursacht CLS. Einige Cookie-Plugins machen das – wählen Sie einen, der Platz reserviert oder vom Inhalt überlagert wird statt ihn zu verschieben.
Web Fonts. Wenn eigene Schriften nachgeladen werden, kann es zu einem kurzen „Flash” kommen bei dem zuerst die Systemschrift, dann die eigentliche Schrift erscheint und das Layout leicht verschiebt. font-display: swap in CSS hilft, das zu minimieren.
Testen Sie Ihre Core Web Vitals auf echten Mobilgeräten – die Werte unterscheiden sich erheblich von Desktop. Google misst hauptsächlich auf Basis mobiler Nutzerdaten. Was auf einem schnellen Entwickler-Laptop flüssig läuft, kann auf einem Mittelklasse-Android mit schlechtem Empfang ganz anders aussehen.
INP verbessern: JavaScript-Last reduzieren
INP misst wie schnell die Seite auf Interaktionen reagiert. Schlechte INP-Werte entstehen fast immer durch zu viel JavaScript das den Browser-Main-Thread blockiert.
Häufige Ursachen in WordPress:
- Zu viele oder schlecht programmierte Plugins die auf jeder Seite JavaScript laden
- Analytics- und Marketing-Scripts (Google Tag Manager, Facebook Pixel) die synchron laden
- Page Builder (Elementor, Divi) mit aufgeblähtem JavaScript
Lösungen:
- Scripts auf Seiten deaktivieren wo sie nicht gebraucht werden
- Analytics-Scripts asynchron laden lassen
- Schwere Page Builder durch leichteres Theme oder Custom Development ersetzen
Elementor und Divi laden auf manchen Installationen über 500 KB JavaScript – das ist ein häufiger Grund für schlechte INP-Werte auf WordPress-Seiten.
Werkzeuge zur Messung
- Google PageSpeed Insights – kostenlos, zeigt Feld- und Labordaten
- Google Search Console → Core Web Vitals – zeigt welche Seiten problematisch sind (nach echten Nutzerdaten)
- Chrome DevTools → Performance – für tiefes Debugging einzelner Seiten
Core Web Vitals sind kein einmaliges Projekt. Neue Plugins, Theme-Updates oder Änderungen am Design können Werte verschlechtern. Prüfen Sie die Core Web Vitals in der Search Console regelmäßig – idealerweise nach jeder größeren Änderung an der Website.