„Zahnarzt Nürnberg”, „Klempner in der Nähe”, „günstige Autowerkstatt Fürth” – lokale Suchanfragen sind konkret, kaufbereit und häufig. Wer die richtigen Keywords kennt, weiß wie seine Zielgruppe sucht. Wer sie nicht kennt, optimiert ins Leere. Lokale Keywords zu finden ist der erste Schritt jeder erfolgreichen Local SEO Strategie – und einfacher als die meisten denken.
Was lokale Keywords von normalen Keywords unterscheidet
Ein normales Keyword ist „Zahnarzt”. Ein lokales Keyword ist „Zahnarzt Nürnberg” oder „Zahnarzt Gostenhof”. Der Unterschied ist entscheidend: Das lokale Keyword zeigt Google, dass der Nutzer nicht irgendeine Information will – er will einen Zahnarzt in seiner Stadt finden.
Lokale Keywords haben drei typische Formen:
- Explizit lokal: Keyword + Stadtname (z.B. „Steuerberater Nürnberg”)
- Implizit lokal: Keyword + „in der Nähe” oder „bei mir” (z.B. „Elektriker in der Nähe”)
- Stadtteil-Keywords: Keyword + Stadtteil (z.B. „Friseur Gostenhof”)
„In der Nähe”-Suchanfragen haben sich laut Google in den letzten Jahren mehr als verdoppelt – und Google löst sie automatisch basierend auf dem Standort des Nutzers auf. Sie müssen „in der Nähe” nicht explizit auf Ihrer Website verwenden.
Schritt 1: Ausgangsliste aufbauen
Beginnen Sie mit einer einfachen Frage: Wonach würden Kunden suchen, die meine Leistung in meiner Stadt brauchen? Schreiben Sie alles auf – auch Varianten, Synonyme und umgangssprachliche Begriffe.
Beispiel für eine Zahnarztpraxis in Nürnberg:
- Zahnarzt Nürnberg
- Zahnarzt Nürnberg Mitte
- Zahnarzt Gostenhof
- Zahnarzt Nordstadt
- Zahnarzt Termin heute Nürnberg
- Zahnreinigung Nürnberg
- Implantate Nürnberg
- Kinderzahnarzt Nürnberg
- Notfallzahnarzt Nürnberg
Diese Liste ist Ihr Ausgangspunkt. Die nächsten Schritte verfeinern und priorisieren sie.
Schritt 2: Google selbst befragen
Google gibt Ihnen kostenlose Keyword-Hinweise direkt in der Suche:
Autocomplete. Tippen Sie Ihr Hauptkeyword in die Google-Suchleiste und schauen Sie welche Ergänzungen vorgeschlagen werden. „Zahnarzt Nürn…” vervollständigt Google zu den häufigsten Suchanfragen – das sind echte Nutzerdaten.
„Ähnliche Suchanfragen”. Scrollen Sie auf der Google-Ergebnisseite ganz nach unten. Dort zeigt Google verwandte Suchanfragen – oft Begriffe, auf die Sie selbst nicht gekommen wären.
People Also Ask. Die Frage-Boxen in den Suchergebnissen zeigen was Nutzer zusätzlich fragen. Diese Fragen eignen sich hervorragend als FAQ-Content auf Ihrer Website.
Führen Sie die Google-Suche im Inkognito-Modus durch und stellen Sie den Standort manuell auf Ihre Stadt ein. So sehen Sie die Ergebnisse wie ein lokaler Nutzer – nicht personalisiert durch Ihre eigene Suchhistorie.
Schritt 3: Keyword-Tools nutzen
Kostenlose Tools liefern Suchvolumen-Daten und erweitern Ihre Liste:
Google Keyword Planner (kostenlos mit Google Ads Konto): Zeigt monatliche Suchanfragen für Keywords – auch lokal gefiltert nach Region oder Stadt. Geben Sie Ihre Ausgangsliste ein und lassen Sie sich verwandte Begriffe vorschlagen.
Ubersuggest (kostenlos mit Einschränkungen): Zeigt Suchvolumen, Keyword-Schwierigkeit und verwandte Keywords. Gut für einen ersten Überblick.
Answer The Public (kostenlos mit Einschränkungen): Visualisiert alle Fragen, Präpositionen und Vergleiche rund um ein Keyword. Sehr nützlich für Content-Ideen.
Was Sie bewerten sollten:
- Suchvolumen: Wie viele Menschen suchen monatlich nach diesem Begriff?
- Wettbewerb: Wie viele andere optimieren bereits darauf?
- Kaufabsicht: Sucht jemand nach Information oder nach einem Anbieter?
Schritt 4: Wettbewerber analysieren
Schauen Sie sich an, für welche Keywords Ihre lokalen Mitbewerber ranken. Suchen Sie nach Ihrem Hauptkeyword in Google, öffnen Sie die Top-3-Ergebnisse und schauen Sie welche Keywords auf diesen Seiten verwendet werden – in Titles, Headings und im Text.
Bis zu 70 % der lokalen Keyword-Möglichkeiten werden von Mitbewerbern noch nicht abgedeckt – das sind Chancen für Sie.
Kostenlose Tools wie Ubersuggest oder der SEMrush-Free-Tier zeigen außerdem für welche Keywords eine Domain rankt – inklusive lokaler Konkurrenten.
Schritt 5: Keywords priorisieren und zuordnen
Nicht jedes Keyword braucht eine eigene Seite. Ordnen Sie Ihre Keywords in drei Gruppen:
Primäre Keywords – Ihr Hauptangebot, höchstes Suchvolumen, direkt kaufbereit. Diese kommen auf Ihre Hauptleistungsseiten. Beispiel: „Zahnarzt Nürnberg” → Startseite oder Hauptleistungsseite.
Sekundäre Keywords – spezifische Leistungen, Stadtteile, Behandlungsarten. Diese brauchen eigene Unterseiten. Beispiel: „Implantate Nürnberg” → eigene Leistungsseite.
Long-Tail-Keywords – sehr spezifisch, geringes Volumen, aber hohe Kaufabsicht. Diese eignen sich für Blog-Artikel oder FAQ-Seiten. Beispiel: „Zahnarzt Nürnberg Angstpatienten” → Blog-Artikel.
Eine Seite sollte auf ein primäres Keyword und 2–3 verwandte sekundäre Keywords optimiert sein. Zu viele Keywords auf einer Seite verwässern das Signal – besser eine weitere Seite anlegen als alles auf eine zu packen.
Stadtteil-Keywords: oft unterschätzt
Für Unternehmen in Großstädten wie Nürnberg lohnen sich Stadtteil-Keywords besonders. Der Wettbewerb für „Zahnarzt Nürnberg” ist hoch – für „Zahnarzt Gostenhof” oder „Zahnarzt Nordstadt” deutlich geringer.
Erstellen Sie für jeden relevanten Stadtteil eine eigene Unterseite – mit lokalem Content, der den Stadtteil erwähnt, und mit Ihren vollständigen NAP-Daten. Das kostet wenig Aufwand und kann gezielt Traffic aus bestimmten Stadtteilen bringen.
Keywords im Google Business Profile
Vergessen Sie nicht: Auch Ihr Google Business Profile ist ein Keyword-Träger. Die Unternehmenskategorie, die Beschreibung und die Beiträge sollten Ihre wichtigsten lokalen Keywords natürlich enthalten.
Google gleicht die Keywords im Profil mit den Keywords auf Ihrer Website ab. Je konsistenter beide sind, desto stärker das Ranking-Signal.