Accelerated Mobile Pages (AMP) wurde 2015 von Google als Framework für superschnelle mobile Seiten lanciert. Für einige Jahre war AMP-Status ein starkes Signal für Mobile-Sichtbarkeit in den SERPs. 2021 entkoppelte Google AMP von den Top Stories Karussells - seitdem wird AMP deutlich weniger implementiert. 2025 stellt sich die Frage: Ist AMP noch relevant?
Die Geschichte von AMP
2015: Google und Twitter launchen AMP als Open-Source-Framework. Versprechen: Sofortiges Laden durch stark eingeschränktes JavaScript, Caching auf Google-Servern.
2016-2020: AMP wird Pflicht für Top Stories Karussells in mobilen Suchergebnissen. Viele Verlage und Publisher implementieren AMP für News-Artikel.
2021: Google entkoppelt AMP von Top Stories - Seiten können Top Stories ohne AMP erscheinen wenn sie die Pagespeed-Optimierung Anforderungen erfüllen.
2022-2025: AMP-Nutzung geht deutlich zurück. Google signalisiert dass Core Web Vitals der richtige Ansatz ist, nicht proprietäre Frameworks.
2026 setzen nur noch rund 0,1 % der untersuchten Websites AMP als Markup-Sprache ein, Tendenz seit Jahren fallend. AMP ist auf dem Rückzug, aber für bestimmte Publisher-Formate noch relevant. Die laufende Erhebung dazu führt W3Techs.
Ist AMP noch ein Rankingfaktor?
Direkt: Nein. AMP ist kein Rankingfaktor mehr.
Indirekt: AMP-Seiten sind oft sehr schnell und haben gute Core Web Vitals. Die Performance verbessert Rankings - aber das liegt an der Performance, nicht am AMP-Status selbst.
Top Stories: Nicht-AMP-Seiten können in Top Stories erscheinen wenn sie die CWV-Anforderungen erfüllen. AMP gibt keinen Vorteil mehr.
Wann AMP 2025 noch sinnvoll sein kann
Publisher mit hohem News-Traffic: Wenn Sie täglich viele Artikel veröffentlichen und News-Traffic wichtig ist, kann AMP weiterhin schnelles Laden auf Low-End-Geräten sicherstellen - besonders in Märkten mit schlechter Netzverbindung.
Bestehende AMP-Implementierungen: Wenn AMP bereits funktioniert und keine Probleme verursacht, ist es nicht unbedingt sinnvoll es zu entfernen. Nur wenn AMP Entwicklungsaufwand bedeutet oder Features einschränkt, sollte man migrieren.
Technisch nicht-affine Teams: Das AMP-HTML-Subset ist einfacher zu schreiben als vollständiges HTML. Für Publisher ohne Entwickler-Ressourcen kann AMP pragmatisch sein.
Wann Sie AMP abschalten sollten
Wenn AMP Mehraufwand bedeutet: Doppelte Templates, doppelte Analytics, doppelter Tracking-Code. Wenn AMP Entwicklungszeit kostet ohne messbaren Nutzen - abschalten.
Wenn AMP Features einschränkt: Viele JavaScript-Features, interaktive Elemente und Tracking-Tools sind in AMP nicht möglich. Wenn wichtige Funktionalität fehlt wegen AMP-Restriktionen.
Wenn Core Web Vitals auf der normalen Seite gut sind: Das beste Argument für AMP war immer Performance. Wenn Ihre normale Seite LCP < 2,5s, CLS < 0,1 und INP < 200ms erreicht, brauchen Sie AMP nicht.
Migration von AMP: Wenn Sie AMP abschalten, stellen Sie sicher dass 301-Redirects von AMP-URLs auf die Normal-URLs eingerichtet sind (z. B. von /amp/artikel/ zu /artikel/). Canonical-Tags in AMP sollten bereits auf die Nicht-AMP-URL zeigen. Nach der Migration: Google Search Console auf Crawl-Fehler überwachen.
Die bessere Alternative: Core Web Vitals optimieren
Statt AMP-Komplexität: Die normale Website für Core Web Vitals optimieren:
LCP verbessern: Bilder in WebP, Preloading des LCP-Elements, Critical CSS, schnelles Hosting.
CLS vermeiden: Bildgrößen im HTML angeben, keine Layout-Shifts durch Late-Loading-Elemente.
INP verbessern: JavaScript-Ausführung reduzieren, Third-Party-Scripts optimieren, Event-Handler effizient programmieren.
Mit diesen Maßnahmen erreichen die meisten Websites ohne AMP gleich gute oder bessere Core Web Vitals als mit AMP.
AMP für E-Mails: Ein anderes Thema
AMP for Email ist eine separate Initiative die dynamische Inhalte in E-Mails ermöglicht. Google Mail und Yahoo Mail unterstützen AMP-E-Mails. Das hat nichts mit AMP für Webseiten zu tun und ist ein wachsendes Format für interaktive E-Mail-Kampagnen.
Wer AMP abschaltet und stattdessen die Core Web Vitals der Hauptseite in Ordnung bringt, kommt in den veröffentlichten Erfahrungsberichten sehr unterschiedlich heraus. Manche Publisher melden kaum messbare Verluste, andere einen spürbaren Einbruch im mobilen Suchtraffic. Ausschlaggebend ist die Performance der eigenen Seiten, nicht der Umstieg an sich.
Mehr zu Core Web Vitals finden Sie in unserem Artikel über WordPress Core Web Vitals.