Eine GEO-Agentur arbeitet daran, dass ChatGPT, Perplexity und die AI Overviews von Google Ihr Unternehmen als Quelle nennen. Was sie nicht kann: diese Nennung garantieren. Wer gerade Angebote vergleicht, kommt mit neun konkreten Fragen weiter als mit jeder Referenzliste, denn die Antworten darauf trennen Anbieter, die die Mechanik verstanden haben, von Anbietern, die ein neues Wort auf eine alte Rechnung schreiben.
Der Begriff „GEO Agentur“ wird in Deutschland rund 1.000 Mal im Monat gesucht, ein Anzeigenklick darauf kostet im Schnitt 26,56 Euro. So viel zahlt nur, wer weiß, dass am Ende der Suche ein Auftrag mit Laufzeit steht. Genau deshalb sammeln sich in diesem Markt gerade Anbieter, die Ergebnisse in Aussicht stellen, für die es keine Stellschraube gibt.
Was eine GEO-Agentur leisten kann und was niemand garantieren kann
Fangen wir mit der Grenze an, weil sie den Rest sortiert. Niemand garantiert eine Nennung. Weder wir noch sonst jemand kann versprechen, dass ChatGPT bei der Frage „Wer ist der beste Steuerberater in Fürth?“ Ihren Namen sagt. Wer das verspricht, verkauft etwas, das er nicht besitzt.
Der Grund liegt in der Mechanik. Ein Sprachmodell erzeugt eine Antwort aus dem, was es im Moment der Anfrage abrufen kann, und verdichtet sie meist auf zwei bis fünf Quellen. Es gibt keine Ergebnisliste mit Platz eins bis zehn, in die man sich hineinarbeitet. Es gibt sichtbar oder unsichtbar. Dazu kommt, dass dieselbe Frage in zwei Sitzungen zwei verschiedene Antworten hervorbringen kann, je nach Modellversion, Standort und Formulierung.
Was eine Agentur tatsächlich beeinflusst, ist die Zulieferung: ob KI-Crawler Ihre Seiten lesen dürfen, ob Ihre Aussagen als klar abgegrenzte Textblöcke vorliegen, ob es Belege, Zahlen und Nennungen auf fremden Seiten gibt, an denen ein Modell Ihre Angaben verifizieren kann. Das sind Wahrscheinlichkeiten, keine Schalter. Eine seriöse Agentur sagt das im ersten Gespräch, nicht im vierten.
Steuerbar ist im Wesentlichen dieses:
- Zugang. Ob
GPTBot,PerplexityBot,ClaudeBotundGoogle-ExtendedIhre Seiten abrufen dürfen, entscheidet Ihre robots.txt. Viele Websites sperren sie unbeabsichtigt aus, weil ein Plugin vor zwei Jahren eine pauschale Regel gesetzt hat. - Form. Eine Frage, direkt darunter eine Antwort in zwei bis vier Sätzen, dazu Zahlen mit Datum. Solche Blöcke lassen sich als Ganzes übernehmen, ein verschachtelter Fließtext nicht.
- Belege außerhalb Ihrer Domain. Modelle prüfen Aussagen gegen andere Quellen. Ein Fachartikel, ein Verzeichnis, eine Erwähnung in einem Branchenmedium wiegen mehr als der zehnte eigene Text zum selben Thema.
- Aktualität. Veraltete Preise und tote Seiten fallen aus den Antworten heraus, oft schneller als aus dem Google-Index.
Was daraus folgt, ist unspektakulär: Ein großer Teil der Arbeit sieht aus wie solide Website-Pflege. Genau darüber lohnt sich das Gespräch mit einem Anbieter, und dafür sind die folgenden Fragen gedacht.
Gut zu wissen: KI-Antworten sind nicht reproduzierbar wie ein Google-Ranking. Wenn Ihnen jemand einen Screenshot zeigt, in dem ChatGPT den Kunden nennt, ist das ein Anhaltspunkt, kein Beweis. Aussagekraft entsteht erst, wenn dieselben Fragen wiederholt und über Wochen protokolliert werden.
Die ersten drei Fragen betreffen Ihre Ausgangslage
Fragen Sie zuerst nach dem, was vor dem ersten Rechnungsmonat passieren müsste. Wer hier ausweicht, hat kein Verfahren, sondern ein Paket.
Frage 1: Was messen Sie bei mir, bevor wir anfangen, und was kommt heute schon dabei heraus? Ohne Ausgangsmessung kann niemand später einen Fortschritt belegen. Eine brauchbare Antwort nennt konkrete Punkte: Welche KI-Crawler dürfen aktuell auf die Website, welche Seiten haben strukturierte Daten, welche Fragen aus Ihrem Geschäft beantworten die Assistenten heute mit welchen Quellen. Wie so eine Bestandsaufnahme aussieht, zeigt unser GEO-Audit mit zwanzig Prüfpunkten. Ein Anbieter, der die Bestandsaufnahme als kostenlosen Nebeneffekt abtut, spart sich die unangenehme Erkenntnis, dass bei Ihnen vielleicht schon vieles läuft.
Frage 2: Welche Assistenten prüfen Sie, mit welchen Fragen, und wer legt die Fragen fest? Die Fragenliste ist das Herzstück. Sie muss aus Ihrem Geschäft kommen, nicht aus einer Vorlage. „Bester Anbieter für X“ ist eine Agenturfrage. „Was kostet eine Wartung für eine Wärmepumpe im dritten Jahr?“ ist eine Kundenfrage. Achten Sie darauf, dass die Liste festgeschrieben und über Monate gleich bleibt, sonst vergleichen Sie im dritten Monat Äpfel mit Birnen. Fragen Sie außerdem nach der Anzahl. Zwanzig Fragen, monatlich in zwei oder drei Assistenten geprüft, ergeben eine Datenreihe, mit der man arbeiten kann. Fünf Fragen sind Anekdote, zweihundert sind ein Werkzeugproblem, das jemand an Sie weiterreicht.
Frage 3: Wer schreibt die Texte und wer entscheidet, was auf meine Website kommt? Bei GEO fließt viel Arbeit in Inhalte, die fachlich stimmen müssen. Klären Sie, ob ein Fachredakteur mitliest, wie viele Korrekturschleifen im Preis stecken und ob Sie ein Vetorecht haben. Und fragen Sie, ob die Texte selbst mit KI erzeugt werden. Die Antwort darauf ist kein Ausschlusskriterium, aber Sie sollten sie kennen, bevor unter Ihrem Namen etwas veröffentlicht wird.
Praxis-Tipp: Erheben Sie die Baseline vor dem Erstgespräch selbst. Tippen Sie fünfzehn Fragen, die Ihre Kunden wirklich stellen, in ChatGPT und Perplexity, und notieren Sie, wer genannt wird. Zehn Minuten Arbeit, und Sie merken sofort, ob Ihr Gegenüber die Lage kennt oder nur die Begriffe.
Drei Fragen zu Methode und Grenzen
Jetzt wird es unangenehm, und das ist der Sinn der Sache. Diese drei Fragen sind die, bei denen sich die Tonlage im Gespräch ändert.
Frage 4: Was können Sie mir nicht versprechen? Das ist die wichtigste Frage dieser Liste, und sie ist auch für uns unbequem. Eine gute Antwort kommt ohne Zögern und enthält mindestens: keine garantierte Nennung, keine Kontrolle darüber, wie ein Modell Ihre Inhalte zusammenfasst, keinen festen Zeitpunkt, ab dem etwas wirkt. Wer stattdessen erklärt, warum diese Frage bei ihm nicht so relevant sei, hat sie beantwortet.
Frage 5: Was tun Sie, wenn OpenAI oder Google die Mechanik ändert? Das passiert, und zwar ohne Ankündigung. Sinnvoll ist eine Antwort, die auf Beobachtung setzt: feste Messtermine, dokumentierte Veränderungen, eine Anpassung des Vorgehens statt eines starren Fahrplans über zwölf Monate. Wer einen fertigen Zwölf-Monats-Plan mitbringt, in dem für Monat neun schon feststeht, welche Maßnahme ansteht, plant an einem beweglichen Ziel vorbei.
Eine gute Gegenprobe: Fragen Sie nach einer Änderung aus den letzten zwölf Monaten, die den Anbieter zum Umdenken gezwungen hat. Wer keine nennen kann, hat entweder nicht hingesehen oder arbeitet erst seit Kurzem in dem Feld. Beides ist kein Ausschlussgrund, aber es gehört auf den Tisch, bevor Sie über Laufzeiten reden.
Frage 6: Wie viel von dem, was Sie GEO nennen, ist eigentlich klassisches SEO? Hier unsere Meinung, offen gesagt: Der größte Teil ist es. Saubere Struktur, ladefähige Seiten, korrekte Auszeichnung, Erwähnungen auf fremden Domains, fachlich belastbare Texte. Das sind Dinge, die seit Jahren zu guter Suchmaschinenarbeit gehören und die jetzt zusätzlich in die Trainings- und Abrufwege der Sprachmodelle einzahlen. Wer GEO als getrenntes Produkt neben ein bestehendes SEO-Paket stellt und beides voll berechnet, verkauft Ihnen zum Teil doppelt bezahlte Arbeit. Es gibt einen eigenständigen Anteil, etwa das Testen von Assistenten und das Aufbereiten von Antwortblöcken, aber der ist kleiner, als die Angebote vermuten lassen. Was bei uns unter GEO als eigene Leistung läuft, ist deshalb bewusst ein Zusatz und kein zweites Grundpaket.
Drei Fragen zu Ergebnis, Angebot und Ausstieg
Die letzten drei Fragen entscheiden darüber, ob Sie in einem halben Jahr noch beurteilen können, wofür Sie zahlen.
Frage 7: Woran erkenne ich nach drei Monaten, ob es funktioniert hat? Lassen Sie sich das ausformulieren, bevor Sie unterschreiben. Realistisch nach drei Monaten sind: ein höherer Anteil der Testfragen, bei denen Sie überhaupt auftauchen, messbarer Verkehr mit Referrern wie chatgpt.com oder perplexity.ai in den Server-Logs, mehr Seiten Ihrer Domain, die als Quelle verlinkt werden. Nicht realistisch nach drei Monaten sind belastbare Umsatzzahlen aus dieser Quelle, dafür ist die Datenmenge schlicht zu klein. Welche Kennzahlen sich sinnvoll erheben lassen und wie ein schlanker Monatsbericht dazu aussieht, steht im Beitrag über die Berichterstattung zur KI-Sichtbarkeit.
Frage 8: Was genau steht im Angebot, und was steht nicht drin? Ein Angebot sollte Mengen nennen, nicht Bereiche. Wie viele Testfragen, wie oft geprüft, wie viele Seiten überarbeitet, wie viele neue Texte, wie viele Stunden Technik. Steht dort „laufende Optimierung“ ohne Zahl dahinter, ist das Leerlauf, den Sie mitbezahlen. Prüfen Sie außerdem, was ausdrücklich nicht enthalten ist: Hosting-Anpassungen, Übersetzungen, Bildrechte, Arbeiten am Shop-System. Diese Posten tauchen sonst als Nachtrag auf, wenn die Zusammenarbeit schon läuft. Ein zweiter Prüfstein ist die Verteilung über die Zeit. Wenn im ersten Monat Analyse und Technik stehen, im zweiten die ersten Inhalte und ab dem dritten jeden Monat derselbe Textbaustein, dann ist der Aufwand nach vorn geladen und der Rest ist Verwaltung. Bitten Sie darum, den monatlichen Beitrag ab Monat vier in Stunden und Ergebnissen aufzuschlüsseln.
Frage 9: Wie lange bin ich gebunden, und was gehört mir, wenn ich gehe? Zwölf Monate Mindestlaufzeit sind in diesem Feld ein Warnsignal. Sie bedeuten, dass der Anbieter Zeit braucht, bis das Ergebnis zeigbar wird, und diese Zeit auf Ihr Risiko bucht. Drei Monate Kündigungsfrist zum Monatsende reichen für ernsthafte Arbeit völlig. Genauso wichtig: Alles, was entsteht, gehört Ihnen. Texte, Auswertungen, Fragenlisten, Zugänge zu Werkzeugen, die auf Ihren Namen laufen. Wenn die Messdaten in einem Agentur-Dashboard liegen, das mit dem Vertrag endet, beginnen Sie bei einem Wechsel wieder bei null.
Wann Sie keine GEO-Agentur brauchen
Es gibt Fälle, in denen die ehrliche Antwort lautet: noch nicht. Wenn Ihre Website technisch nicht in Ordnung ist, wenn wichtige Inhalte erst per JavaScript nachgeladen werden oder wenn Sie zu Ihren Kernthemen schlicht keine Texte haben, dann ist GEO die falsche Reihenfolge. Ein Modell kann nichts zitieren, was nicht in lesbarer Form existiert. Diese Grundlagen kosten weniger und wirken auf beiden Kanälen. Ein Anbieter, der Ihnen das sagt, statt Ihnen ein GEO-Paket zu verkaufen, hat den ersten Test schon bestanden.
Auch die Größenordnung spielt hinein. Wenn Ihre Kunden über Empfehlung, Telefon und einen lokalen Eintrag kommen und niemand von ihnen einen Assistenten fragt, bevor er anruft, dann ist ein GEO-Auftrag verfrüht. Das lässt sich in einem Nachmittag prüfen, indem Sie die letzten dreißig Anfragen durchgehen und notieren, woher sie kamen. Steht dort kein einziges Mal etwas, das nach Recherche im Netz aussieht, verschieben Sie das Thema um ein Jahr und sehen dann noch einmal nach. Es läuft Ihnen nicht davon.
Und dann gibt es den Fall, in dem Sie einen Teil selbst machen können. Die Ausgangsmessung, das Sammeln der Kundenfragen, das Führen einer Liste über Monate: dafür braucht es Disziplin, keine Agentur. Wo die Grenze zwischen Eigenarbeit und Auftrag sinnvoll verläuft, haben wir in der Gegenüberstellung SEO selbst machen oder abgeben durchgerechnet. Die Überlegung dort gilt für GEO fast unverändert.
Fazit
Die neun Fragen prüfen dasselbe aus drei Richtungen: Kennt der Anbieter Ihre Ausgangslage, kennt er seine eigenen Grenzen, und schreibt er beides in ein Angebot, das Sie in drei Monaten nachrechnen können. Wer bei Frage vier ins Stocken gerät oder auf zwölf Monaten Bindung besteht, hat sich selbst aussortiert. Und wenn Sie am Ende zu dem Schluss kommen, dass Sie den ersten Schritt allein gehen, ist das ein gutes Ergebnis dieser Liste.