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KI & SEO

KI-Suchmaschinenoptimierung: die Grundlagen

01. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

KI-Suchmaschinenoptimierung heißt: dafür sorgen, dass Ihre Website in den Antworten von ChatGPT, Perplexity und den KI-Übersichten bei Google auftaucht, nicht nur in der klassischen Trefferliste. Der deutsche Ausdruck ist die Sammelbezeichnung für das, was im Englischen GEO, LLMO oder AI SEO genannt wird. Gemeint ist bei allen vieren dieselbe Sache.

Falls Sie hier gelandet sind, weil ein Berater Ihnen das Thema ans Herz gelegt hat, vorweg die kurze Antwort: Sie müssen kein neues Fachgebiet lernen. Der größere Teil der Arbeit ist die Suchmaschinenoptimierung, die Sie ohnehin machen sollten. Dazu kommt ein kleinerer Teil, der neu ist, und der lässt sich in überschaubarer Zeit erledigen.

Der deutsche Begriff und die Kürzel dahinter

Im Englischen heißt die Sache Generative Engine Optimization, kurz GEO. Daneben laufen LLMO und AEO, in Werbetexten taucht AI SEO auf. Vier Bezeichnungen, ein Gegenstand. Der deutsche Ausdruck ist der am wenigsten gesuchte von allen: 90 Suchanfragen im Monat stehen rund 2.400 für die Kombination „geo seo" gegenüber. Das sagt weniger über die Bedeutung des Themas als über die Leute, die den deutschen Begriff eintippen. Sie wollen keine Begriffskunde, sie wollen wissen, ob sie etwas tun müssen.

Wenn Sie die Kürzel doch einordnen wollen: Wir haben aufgeschrieben, was Generative Engine Optimization genau bezeichnet und woher der Begriff kommt. Wer stattdessen von LLMO redet, meint denselben Gegenstand, und wie das zweite Kürzel entstanden ist, steht ebenfalls im Blog. Danach dürfen Sie die Abkürzungen getrost wieder vergessen, an Ihrer Website ändern sie nichts.

Was sich für Ihre Website ändert und was nicht

Der unspektakuläre Teil zuerst. Es ändert sich weniger, als der Markt behauptet. Ein Sprachmodell zieht seine Antworten aus Texten, die es abrufen kann und die zur gestellten Frage passen. Eine Seite, die Google nicht sauber lädt, lädt auch ChatGPT nicht. Ladezeit, saubere Überschriften, eine verständliche Seitenstruktur, erreichbare Unterseiten: Das alles zählt weiter, und teilweise stärker als vorher, weil ein Modell aus kaputtem Markup nichts herausholt und einfach zur nächsten Quelle geht.

Der Grund dafür ist banal. Die KI-Systeme haben kein eigenes Verzeichnis des Internets aufgebaut, sie stützen sich zu großen Teilen auf denselben Bestand, den auch die Suchmaschinen kennen, und rufen einzelne Seiten im Moment der Frage zusätzlich ab. Wer bei Google nicht gefunden wird, ist deshalb in der Regel auch für ein Sprachmodell unsichtbar. Umgekehrt gilt das nicht: Eine gut rankende Website kann trotzdem durchfallen, und dafür gibt es zwei wiederkehrende Gründe.

Neu ist vor allem eines. Die KI-Systeme schicken eigene Abrufprogramme, und die müssen Sie ausdrücklich hereinlassen. GPTBot von OpenAI, PerplexityBot, ClaudeBot, dazu Google-Extended für die KI-Funktionen von Google. Wer sie in der robots.txt aussperrt, kommt in keiner Antwort vor, egal wie gut der Text ist. Grob geschätzt sperrt jede dritte Website, die wir übernehmen, mindestens eines dieser Programme aus, und fast nie war das eine Entscheidung. Meistens hat ein Plugin die Sperre bei einem Update als Voreinstellung mitgebracht.

Ein Beispiel aus dem Frühjahr: Eine Kanzlei aus der Metropolregion wunderte sich, warum sie in ChatGPT nie genannt wird, obwohl sie bei Google für ihre wichtigsten Begriffe auf Seite eins steht. In der robots.txt stand eine einzige Zeile, die GPTBot verbot, hinterlassen von einem Sicherheits-Plugin. Nach dem Entfernen dauerte es gut zwei Wochen, dann tauchte die Kanzlei bei zwei von zehn Testfragen als Quelle auf. Das war kein Kunststück, sondern eine nachgeholte Hausaufgabe.

Der zweite Unterschied betrifft die Zahlen. Eine Nennung in einer KI-Antwort bringt oft keinen Klick. Der Leser bekommt seine Auskunft und ist zufrieden. In Ihrer Statistik sieht das nach nichts aus, im Kopf des Lesers steht trotzdem Ihr Name. Dazu kommt, dass Erwähnungen ohne Link plötzlich zählen: Ein Modell greift auf das zurück, was über Sie geschrieben steht, ein Branchenverzeichnis, ein Presseartikel, ein Forenbeitrag. Wer Sichtbarkeit nur an Sitzungen misst, hält diesen Kanal für wertlos, bis der erste Anrufer erzählt, ChatGPT habe die Firma empfohlen.

Gut zu wissen: Die Antworten schwanken. Dieselbe Frage, zweimal gestellt, liefert unterschiedliche Quellen. Wer Ihnen einen festen Platz in einem KI-Ergebnis verspricht, hat entweder nicht nachgesehen oder rechnet damit, dass Sie es nicht tun.

Die ersten Schritte in der KI-Suchmaschinenoptimierung

Vier Dinge stehen am Anfang jeder KI-Suchmaschinenoptimierung, und sie kosten zusammen weniger Zeit, als die meisten befürchten.

  • robots.txt öffnen. Nachsehen, ob die oben genannten Abrufprogramme erlaubt sind. Fünf Minuten, und der häufigste Grund dafür, dass ein Unternehmen in keiner KI-Antwort vorkommt.
  • Im Server-Log nachschauen. Erst dort sehen Sie, ob die Systeme tatsächlich vorbeikommen. Eine Freigabe ist eine Erlaubnis, kein Nachweis.
  • Zehn Fragen aufschreiben. Genau die Fragen, bei denen Sie genannt werden wollen, und zwar so formuliert, wie ein Kunde sie stellen würde. Diese zehn Fragen stellen Sie einmal, notieren, wer heute genannt wird, und haben damit Ihren Ausgangswert.
  • Pro Frage eine Seite. Ein Abschnitt, der die Frage beantwortet, ohne den Rest der Seite zu brauchen. Modelle zitieren Absätze, nicht Websites.

Wie das im Einzelnen abläuft, in welcher Reihenfolge, und woran es typischerweise hakt, steht ausführlich in der Anleitung zur GEO-Optimierung in sieben Schritten. Dieser Beitrag soll Ihnen die Richtung geben, die Umsetzung steht dort.

Praxis-Tipp: Notieren Sie das Datum Ihrer ersten Messung. Ohne diesen Ausgangswert lässt sich später nicht auseinanderhalten, ob Ihre Arbeit gewirkt hat oder das System einfach anders geantwortet hat.

Wenn KI-Suchmaschinenoptimierung als neues Produkt verkauft wird

Das deutsche Wort hat einen Haken: Es lässt offen, ob die KI das Ziel oder das Werkzeug ist. Manche Anbieter verkaufen unter dieser Überschrift Texte, die von einem Sprachmodell geschrieben wurden. Das ist etwas anderes als die Arbeit an Sichtbarkeit in KI-Antworten, und beim ersten Gespräch lohnt genau diese Frage. Der englische Ausdruck hat dasselbe Problem, weshalb AI SEO im Kundengespräch aufgetrennt gehört, haben wir separat beschrieben.

Der zweite Punkt, auf den Sie achten sollten, ist der Vertrag. Wenn ein Angebot neben Ihrer laufenden SEO-Betreuung steht, mit eigenem Budget und eigenem Berichtswesen, fragen Sie nach, welche Arbeitsschritte darin vorkommen, die nicht schon im ersten Vertrag stehen. Erfahrungsgemäß bleiben zwei übrig: die Freigabe der Abrufprogramme und die regelmäßige Testfragen-Messung. Beides ist Aufwand, aber kein zweites Mandat.

Dritter Punkt: Lassen Sie sich zeigen, wie gemessen wird. Belastbar ist nur ein fester Satz Fragen, in gleicher Formulierung, über mehrere Systeme, in festem Abstand wiederholt. Ergebnis ist eine Trefferquote, also etwa drei Nennungen bei zehn Fragen im September gegen fünf im Dezember. Wer Ihnen stattdessen Bildschirmfotos einzelner Antworten schickt, zeigt Ihnen einen Zufall.

Unsere Meinung dazu, offen gesagt: Der deutsche Begriff ist der ehrlichste der vier, weil das Wort Suchmaschinenoptimierung darin steckt. Genau darum geht es. Ein Kanal mehr, keine zweite Disziplin, und deshalb auch kein zweiter Vertrag.

Fazit

KI-Suchmaschinenoptimierung ist die deutsche Bezeichnung für die Arbeit an Sichtbarkeit in ChatGPT, Perplexity und den KI-Übersichten bei Google. Der Großteil davon ist solide Suchmaschinenoptimierung, wie Sie sie kennen. Neu sind der technische Zugang für die Abrufprogramme der KI-Anbieter und eine Messung, die nicht auf Klicks beruht, sondern auf festen Testfragen.

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