Google hat die FAQ-Rich-Results am 7. Mai 2026 eingestellt. Die Accordion-Boxen, die Fragen und Antworten direkt im Suchergebnis zeigten, tauchen seitdem nirgends mehr auf, auf keinem Gerät und in keinem Land. Das FAQPage-Markup selbst ist davon nicht betroffen: Es bleibt gültiges Schema.org und schadet auf keiner Seite.
Damit steht jede Website mit FAQ-Schema vor derselben Frage: drinlassen, rauswerfen oder trotz allem neu einbauen? Die kurze Antwort: Drinlassen kostet nichts, neu einbauen lohnt sich nur noch für Sprachmodelle und die eigene Weiterverwendung, nicht mehr für die Google-Darstellung. Die lange Antwort steht in diesem Artikel, samt einem schlanken Beispiel für alle, die das Markup behalten.
Die Daten zum Aus: Seit September 2023 zeigte Google FAQ-Rich-Results nur noch auf Behörden- und Gesundheitsseiten. Am 7. Mai 2026 folgte die Deprecation-Notiz in der Google-Dokumentation, die Darstellung verschwand komplett. Im Juni 2026 räumte Google den Search-Appearance-Filter und den Rich-Result-Bericht aus der Search Console, Daten über die API gab es noch bis August.
Behalten, entfernen oder neu einbauen?
Der Reihe nach, denn die drei Fälle verdienen unterschiedliche Antworten.
Das Markup ist schon drin. Lassen Sie es. FAQPage ist weiterhin ein gültiger Schema.org-Typ, Google ignoriert ihn einfach. Es gibt keine Abwertung, keine Warnung in der Search Console, keinen Wartungszwang. Der einzige Ertrag des Entfernens wäre ein aufgeräumterer Quelltext, und der ist keinen Entwicklertermin wert. Wer ohnehin am Template arbeitet, kann es bei der Gelegenheit mitnehmen, muss aber nicht.
Das Markup wird aktiv gepflegt. Dann prüfen Sie, wofür. Wenn bei jedem neuen Artikel jemand Fragen und Antworten von Hand ins JSON-LD überträgt, nur weil das 2022 in einer Checkliste stand, können Sie diesen Arbeitsschritt streichen. Wird das Markup dagegen automatisch aus den sichtbaren FAQ-Blöcken erzeugt, wie es Rank Math und Yoast tun, läuft es ohne Mehraufwand mit und darf bleiben.
Sie wollen es neu einbauen. Dann nicht wegen Google. Ein Rich Result gibt es nicht mehr, und einen Ranking-Bonus gab es nie, auch vor 2026 nicht. Was bleibt, sind zwei Gründe: Sprachmodelle, die die Struktur auslesen, und die eigene Weiterverwendung, etwa wenn Ihre interne Suche oder eine App die Frage-Antwort-Paare maschinell einsammelt. Beides kann den Einbau rechtfertigen, ein Selbstläufer ist er nicht mehr.
Wie es zum Ende kam
Von 2019 bis 2023 konnte fast jede Website FAQ-Rich-Results bekommen, und entsprechend massenhaft wurden sie eingebaut. Jedes größere SEO-Plugin bekam einen FAQ-Block, jeder Ratgeber empfahl ihn, und in manchen SERPs bestand die halbe erste Seite aus Accordion-Boxen. Im September 2023 beschränkte Google die Darstellung auf Behörden- und Gesundheitsseiten, für alle anderen war das Rich Result damit schon faktisch verschwunden.
Danach passierte lange nichts. Am 7. Mai 2026 stellte Google die Darstellung komplett ein und vermerkte das in der Dokumentation. Eine Begründung hat Google nicht veröffentlicht, es gibt nur die Notiz selbst. Wer irgendwo eine Erklärung liest, liest eine Vermutung.
Praktisch spürbar wurde das Ende auch in der Search Console: Der Search-Appearance-Filter für FAQs und der zugehörige Rich-Result-Bericht verschwanden im Juni 2026. Wenn in Ihren Berichten seitdem eine Zeile fehlt, ist das kein Messfehler und kein Einbruch Ihrer Seite, sondern die Abschaltung der Kategorie.
FAQ war damit das zweite große Rich Result, das ersatzlos wegfällt: Das HowTo-Schema hatte es schon im August 2023 getroffen, dort sogar ohne jede Übergangsphase.
Der Gegenwartsnutzen: Struktur, die KI-Antworten übernehmen
Der Grund, das Format nicht abzuschreiben, hat mit Google-SERPs nichts zu tun. ChatGPT, Perplexity und AI Overviews zitieren bevorzugt Inhalte, die eine Frage direkt und abgeschlossen beantworten: eine klar formulierte Frage als Überschrift, darunter eine Antwort von zwei bis fünf Sätzen, die ohne den restlichen Text verständlich ist. Das ist exakt die Form eines gepflegten FAQ-Blocks.
Entscheidend ist dabei der sichtbare Text im HTML, nicht das JSON-LD. Ein Modell, das Ihre Seite ausliest, verarbeitet die Frage-Antwort-Blöcke so, wie sie im Quelltext stehen. Das Markup macht dieselbe Struktur zusätzlich maschinenlesbar und räumt Mehrdeutigkeiten aus, etwa welche Antwort zu welcher Frage gehört, wenn das Layout es nicht eindeutig hergibt. Es ist die zweite Schicht, nicht die erste. Ein FAQ, das nur im JSON-LD existiert und auf der Seite nicht auftaucht, war schon nach den alten Google-Regeln unzulässig und nützt auch einem Sprachmodell nichts, das den sichtbaren Text gewichtet.
Wie eine brauchbare Antwort aussieht, lässt sich beschreiben: Sie wiederholt die Frage nicht, sie beginnt mit der Kernaussage, und sie funktioniert auch dann noch, wenn ein Modell sie ohne den Rest der Seite zitiert. Eine Antwort, die mit „wie bereits oben erwähnt" anfängt oder auf „siehe Tabelle" verweist, fällt durch dieses Raster, egal wie gut das Markup drumherum ist.
Welche Eigenschaften einen Text dafür qualifizieren, haben wir im Beitrag über Inhalte, die KI-Antworten zitieren aufgeschrieben. Und welche Auszeichnungen neben FAQPage überhaupt etwas beitragen, sortiert der Artikel über Schema-Markup für Sprachmodelle.
So sieht schlankes FAQ-Schema aus
Wer sich fürs Behalten oder den Neueinbau entscheidet, braucht nicht mehr als das Grundgerüst:
<script type="application/ld+json">
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "FAQPage",
"mainEntity": [
{
"@type": "Question",
"name": "Wie lange dauert es, bis SEO wirkt?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Erste messbare Veränderungen zeigen sich meist nach 3-6 Monaten. Umkämpfte Keywords brauchen länger, oft 6-12 Monate laufender Arbeit."
}
},
{
"@type": "Question",
"name": "Braucht jede Website eine eigene FAQ-Seite?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Meist nicht. Fragen zu einer Leistung gehören auf die jeweilige Leistungsseite, denn dort stellen Besucher sie auch."
}
}
]
}
</script>
Zwei Regeln aus der alten Google-Dokumentation bleiben gute Praxis: Das Markup muss dem sichtbaren Seiteninhalt entsprechen, und jede Frage kommt nur einmal pro Seite vor. Zum Prüfen taugt der Schema Markup Validator; Googles Rich-Results-Test ist auf die Typen ausgerichtet, die noch eine Darstellung haben.
Praxis-Tipp: Erzeugt Ihr CMS das FAQ-Markup automatisch aus sichtbaren Blöcken, müssen Sie nichts umbauen. Suchen Sie stattdessen nach der umgekehrten Altlast: FAQs, die allein im JSON-LD stehen und auf der Seite nirgends zu lesen sind. Diese Variante war immer regelwidrig und ist heute doppelt nutzlos.
Die FAQ-Inhalte selbst: sichtbar lassen, nicht löschen
Manche Seitenbetreiber haben nach der Meldung vom Mai gleich die ganzen FAQ-Bereiche entsorgt. Das verwechselt die Darstellung mit dem Inhalt. Gestorben ist eine Anzeigeform in der Google-Suche, nicht der Wert der Fragen. Gute FAQs beantworten echte Anliegen: was eine Leistung kostet, wie der Ablauf aussieht, wie lange etwas dauert, was im Problemfall passiert. Solche Blöcke ranken für Long-Tail-Suchanfragen, und im Verkaufsprozess nehmen sie Einwänden die Spitze, bevor jemand deswegen abspringt.
Was sich ändern darf, ist der Ort. Eine gesammelte FAQ-Seite, auf die alle Fragen ausgelagert wurden, war oft nur ein Vehikel fürs Rich Result. Besser stehen die Fragen dort, wo sie im Leseprozess entstehen: die Preisfrage bei den Paketen, die Terminfrage beim Kontaktblock. Eine Elektrofirma beantwortet die Frage nach der Dauer eines Zählerschrank-Tauschs sinnvollerweise auf der Seite zu genau dieser Leistung, nicht auf einer Sammelseite drei Klicks entfernt. Ein Accordion ist dabei in Ordnung, solange die Antworten im ausgelieferten HTML stehen und nicht erst per JavaScript aus einer anderen Quelle nachgeladen werden.
Fazit
Das FAQ-Rich-Result ist Geschichte, das Format nicht. Vorhandenes Markup bleibt drin, weil Entfernen nichts einbringt; neues Markup lohnt sich nur dort, wo Sprachmodelle oder eigene Anwendungen die Struktur tatsächlich nutzen. Die eigentliche Arbeit steckt heute im sichtbaren Teil der Seite: Fragen, die wirklich gestellt werden, und Antworten, die für sich allein stehen können.