AEO, GEO und SEO stehen für Answer Engine Optimization, Generative Engine Optimization und Suchmaschinenoptimierung. Alle drei arbeiten darauf hin, dass Ihre Seite auftaucht, wenn jemand eine Frage stellt. Sie unterscheiden sich darin, welches System die Frage beantwortet und aus welchem Jahr die jeweilige Antwort darauf stammt.
Die Reihenfolge ist dabei aufschlussreicher als jede Gegenüberstellung. AEO ist der älteste der drei und deutlich älter als ChatGPT. Wer weiß, wofür das Kürzel ursprünglich stand, versteht auch, warum die Ratschläge zu AEO und GEO sich so ähneln und warum sie trotzdem nicht dasselbe meinen. Nach der Kombination „geo seo" wird in Deutschland 2.400 mal im Monat gesucht, nach den beiden anderen Kürzeln erheblich seltener. Die Verwirrung ist also gut belegt.
AEO stammt aus der Zeit vor den Sprachmodellen
Answer Engine Optimization kam ungefähr 2016 auf, und mit Sprachmodellen hatte der Begriff damals nichts zu tun. Google hatte begonnen, über der ersten organischen Position einen Kasten auszuspielen, der eine kurze Antwort direkt aus einer Website zog. Im Marketing bekam dieser Kasten schnell einen eigenen Namen, Position Null, und ein eigenes Vorgehen dazu.
Die Aufgabe war eng umrissen: eine Frage so beantworten, dass Google genau diesen Absatz herausheben kann. In der Praxis hieß das, die Frage als Zwischenüberschrift zu setzen und direkt darunter eine Antwort von 40 bis 55 Wörtern zu formulieren, ohne Vorrede und ohne Rückbezug auf den Text davor. Dazu kamen Tabellen für Vergleiche und nummerierte Listen für Abläufe, weil Google diese Formate bevorzugt in den Kasten hob.
Der zweite Treiber waren die Sprachassistenten. Siri, Alexa und der Google Assistant lasen genau diese Kästen vor. Eine Antwort, die vorgelesen wird, verträgt keine Klammer und keinen Halbsatz, der ohne Bildschirm zusammenbricht. Aus dieser Anforderung stammt ein erstaunlich großer Teil dessen, was heute als GEO-Ratschlag verkauft wird. Die Empfehlung, jeden Abschnitt für sich allein verständlich zu schreiben, ist rund zehn Jahre alt.
Ein Snippet zitiert, ein Sprachmodell schreibt um
Hier liegt der Unterschied, den die meisten Gegenüberstellungen auslassen. Ein Featured Snippet ist ein wörtliches Zitat. Google nimmt einen zusammenhängenden Abschnitt von einer einzigen Seite, stellt ihn in den Kasten und schreibt die Domain darunter. Sie können den Satz im Kasten und den Satz auf Ihrer Seite nebeneinanderlegen, sie sind identisch.
Ein Sprachmodell arbeitet anders. Es liest mehrere Quellen, zieht das Gemeinsame heraus und formuliert es neu. Ihr Satz steht anschließend nirgends, Ihre Aussage dagegen schon, sofern sie das Umschreiben überstanden hat. Daraus folgen zwei Dinge für die tägliche Arbeit.
Erstens überlebt nicht die Formulierung, sondern der überprüfbare Kern. Eine Zahl, ein Datum, ein Verfahrensname bleiben beim Umformulieren erhalten, ein gelungener Rhythmus nicht. Zweitens wird die Zuordnung unsicher. Unter dem Snippet stand Ihre Domain, in einer generierten Antwort kann Ihre Aussage ohne Ihren Namen erscheinen, weil drei Quellen dasselbe gesagt haben und das Modell keine davon einzeln nennt. Für AEO im alten Sinn war die Nennung Teil des Formats, für GEO ist sie das Ergebnis, um das gerungen wird.
Wie sich das auf Messung, Klicks und Budgetplanung auswirkt, steht ausführlich im Vergleich zwischen GEO und klassischer Suchmaschinenoptimierung. Hier reicht ein Satz zur Einordnung: SEO spielt um eine Position, AEO um einen Kasten, GEO um eine Nennung.
Warum es überhaupt drei Namen gibt
Einer der drei Begriffe hat eine belegbare Herkunft, die beiden anderen haben nur eine Verbreitung.
| Kürzel | Herkunft | Blickwinkel |
|---|---|---|
| GEO | Forschungsarbeit von 2023 | das antwortende System als Ganzes |
| AEO | Marketingpraxis ab etwa 2016 | die Antwort als Format |
| LLMO | Marketingpraxis ab etwa 2023 | das Modell hinter der Antwort |
GEO stammt aus einer Arbeit mit dem Titel „GEO: Generative Engine Optimization", veröffentlicht im November 2023 von Aggarwal und Kollegen, zu finden unter der Kennung arXiv:2311.09735. Es gibt also einen Text, in dem steht, was gemeint ist. Bei AEO und LLMO fehlt das. Beide sind in Agenturblogs, auf Konferenzbühnen und in LinkedIn-Beiträgen entstanden, an mehreren Stellen ungefähr gleichzeitig, und eine Nennung des angeblichen Erfinders ist reine Legendenbildung.
Für AEO hat das eine Folge, die LLMO so nicht hat. Weil der Begriff aus der Snippet-Zeit stammt und seither unverändert weiterbenutzt wird, deckt er heute zwei Epochen ab. Ein Angebot mit dem Titel „AEO" kann Featured-Snippet-Arbeit von 2018 meinen, es kann Sichtbarkeit in ChatGPT meinen, und es kann beides ungetrennt meinen. Fragen Sie deshalb nicht nach der Methode, sondern nach der Kennzahl. Wer Ihnen Snippet-Anteile und Positionen zeigt, arbeitet am Kasten. Wer von Nennungen bei einem festen Satz Testfragen spricht, arbeitet an den Antwortsystemen.
Beim dritten Kürzel ist die Lage übersichtlicher. Wie LLMO entstanden ist und was ein Modell beim Antworten tatsächlich abruft, haben wir separat aufgeschrieben.
Was unabhängig vom Etikett gleich bleibt
Alle drei Abkürzungen verfolgen dasselbe Ziel, und für die Arbeit an Ihrer Website macht die Wahl des Namens keinen Unterschied. Vier Dinge zahlen in jedem der drei Fälle ein, und es ist jedes Mal dieselbe Arbeit:
- Der Zugang. Googlebot holt Ihre Seiten für den Index, GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot holen sie für ihre Antwortsysteme. Wer eines dieser Programme aussperrt, fällt aus dem jeweiligen Kanal heraus, unabhängig davon, wie gut der Text ist.
- Der eigenständige Abschnitt. Snippet und generierte Antwort greifen beide auf Passagen zu, nicht auf ganze Seiten. Ein Absatz, der erst mit drei Sätzen weiter oben Sinn ergibt, ist für beide unbrauchbar.
- Die überprüfbare Angabe. „Wir arbeiten schnell" trägt in keinem der drei Systeme etwas bei. „Der Bericht liegt nach zehn Werktagen als PDF vor" schon, und zwar in allen dreien.
- Die Frage im Wortlaut. Eine Zwischenüberschrift, die die Frage so stellt, wie ein Kunde sie stellen würde, hilft dem Snippet-Algorithmus, dem Sprachmodell und nebenbei dem Leser.
Eine Ausnahme gibt es, und sie ist wichtig genug, um sie zu benennen: Erwähnungen Ihrer Marke auf fremden Seiten. Für ein Featured Snippet zählen sie praktisch nicht, dort entscheidet der Text auf der Seite selbst. Für ein Sprachmodell zählen sie erheblich, weil es aus dem Umfeld lernt, wofür ein Name steht. Genau an dieser Stelle greift die AEO-Denkweise aus der Snippet-Zeit zu kurz, und wer sie unverändert auf KI-Antworten überträgt, lässt den größeren Hebel liegen.
Praxis-Tipp: Nehmen Sie sich fünf wichtige Seiten vor und lesen Sie den ersten Absatz unter jeder Zwischenüberschrift laut vor, ohne den Rest. Was dabei unverständlich klingt, ist weder snippet- noch zitierfähig. Diese Prüfung teilen AEO und GEO, und sie kostet zwanzig Minuten.
Unsere Meinung dazu, offen gesagt: AEO ist das genaueste der drei Kürzel, weil das Wort Antwort darin steckt und damit die Einheit benennt, um die tatsächlich gespielt wird. Wir benutzen es trotzdem nicht, weil im Markt niemand mehr auseinanderhält, ob der Kasten von 2018 oder die Antwort von ChatGPT gemeint ist.
Ein viertes Kürzel läuft nebenher mit, und bei dem besteht die einzige echte Verwechslungsgefahr, weil es KI als Werkzeug und KI als Kanal zusammenwirft. Warum AI SEO zwei verschiedene Dinge bezeichnet, steht in einem eigenen Beitrag. Wenn Sie das Thema lieber auf Deutsch angehen, führt Sie der Einstieg in die KI-Suchmaschinenoptimierung durch die ersten Schritte.
Fazit
AEO, GEO und SEO benennen dasselbe Vorhaben aus drei Zeiten: AEO kam mit den Featured Snippets und den Sprachassistenten, GEO stammt aus einer Arbeit von 2023, SEO aus der Trefferliste. Der eine Unterschied, der praktisch etwas ändert, ist die Verarbeitung: Ein Snippet zitiert wörtlich, ein Sprachmodell formuliert aus mehreren Quellen neu. Für Ihre Website bleibt in allen drei Fällen dieselbe Aufgabe stehen, nämlich Zugang für die Crawler, Abschnitte, die ohne ihre Umgebung verständlich sind, und Angaben, die jemand nachprüfen kann.